ADFC fordert: #mehrPlatzfürsRad während der Corona-Pandemie

Pressemitteilung
6. April 2020


Andere Städte machen es vor: Berlin und Wiesbaden, New York und Bogota weisen in der Corona-Krise temporär Radstreifen aus. In Hannover ist das auch möglich, damit noch mehr Menschen ohne vermeidbares Infektionsrisiko mit dem Rad unterwegs sein können.

 

Die Corona-Pandemie zeigt inzwischen deutliche Auswirkungen auf die Mobilität der Menschen in Hannover. Viel weniger Menschen nutzen ihr Auto, Busse und Bahnen haben den Takt ausgedünnt, dafür sind mehr Menschen zu Fuß und mit dem Rad unterwegs. „Hannover muss jetzt schnell reagieren und den Menschen, die zu Fuß oder auf dem Rad unterwegs sind, mehr Platz zur Verfügung stellen. Nur dann können alle den vorgeschriebenen Abstand wahren“, sagt Eberhard Röhrig-van der Meer, Sprecher des ADFC Hannover. Gerade jetzt sind Fahrten mit dem Rad eine geeignete Alternative und werden von Mediziner*innen und dem Bundesministerium für Arbeit ausdrücklich empfohlen.

 

„Wir schlagen vor, dass Hannover auf diese neuen Gegebenheiten mit zeitweiligen Veränderungen im Verkehrssystem kurzfristig reagiert“, so Röhrig-van der Meer. „Hannover hat mit temporären Radwegen wie zum Maschseefest gute Erfahrungen gemacht.“ Erste Maßnahmen wurden in Bogota und New York ergriffen. Inzwischen haben in Deutschland Berlin aber auch Wiesbaden und Leipzig ebenfalls temporäre Radspuren eingerichtet.

 

Um mehr Menschen sicheres Radfahren zu ermöglichen, schlägt der ADFC Hannover vor:

  • Umwidmung von Autospuren in geschützte Radspuren
    Diese sollten z.B. auf mehrspurigen Hauptverkehrsstraßen mit unzureichenden Radwegen auf der Nebenanlage, wie der Hildesheimer oder der Vahrenwalder Straße, am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer, Marienstraße oder an Baustellen ausgewiesen werden.
  • Ampelschaltungen auf Fuß- und Radverkehr einstellen
    An vielen Ampeln sind die Wartezeiten für Fuß- und Radverkehr weiterhin sehr lang, obwohl weniger Autos unterwegs sind. Dies erhöht die Unfallgefahr und führt zu gedrängten Wartesituationen (zum Beispiel am Küchengarten). Die Stadt hat in den vergangenen Jahren viel in eine moderne Verkehrssteuerung investiert. Damit können jetzt Wartezeiten an Überquerungen reduziert werden, eine die "Grüne Welle" auf den Radverkehr eingestellt werden. Bettelampeln per Knopfdruck müssten schon aus hygienischen Gründen umgestellt werden, wie es beispielsweise in Sydney aktuell umgesetzt wird. Ein Umschalten der Ampeln auf gelbes Blinklicht kann eine temporäre Alternative sein.
  • Anordnung von Tempo 30
    Zusätzlich ist zur Reduktion von Unfällen eine flächendeckende Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h im Stadtgebiet von Hannover sinnvoll. Damit lassen sich sowohl die Einsatzkräfte der Polizei als auch die Krankenhäuser entlasten.

 

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