Pressemitteilung
ADFC fordert: Bauen, nicht nur beschildern!

08. Oktober 2020

Die Stadt Hannover hat die erste Veloroute nun mit Fahnen und Schildern ausgewiesen. Der ADFC fordert jetzt die zeitnahe Umsetzung der Velrouten


Der ADFC Hannover ist unzufrieden. Zwar hat die Stadt Hannover entsprechend eines Ratsauftrags nun die Veloroute 08 nach Wülfel beschildert, allerdings gibt es bislang keine baulichen Veränderungen.
„Wenn die Stadt es mit der Radverkehrsförderung wirklich ernst meint, braucht es mehr als ein paar Fahnen“, sagt Röhrig-van der Meer. „Mithilfe der Innovationsklausel in der neue StVo sind auch kurzfristige und provisorische Maßnahmen zum Ausbau und zur Verkehrslenkung möglich. Wir wollen, dass Verbesserungen für Radfahrer*innen schnellstmöglich erlebbar sind und erwarten, dass der Ausbau der Routen zeitnah beginnt und zügig umgesetzt wird.“
 
„Die Velorouten sollten Qualitätsrouten sein, die alle Menschen zum Radfahren einladen“, sagt ADFC Sprecher Eberhard Röhrig-van der Meer. „Dafür müssen die Routen aber auch lückenlos auf ganzer Länge für den Radverkehr ausgebaut werden. Eine bloße Beschilderung ändert daran erstmal gar nichts.“
 
„Wenn die Velorouten für Menschen von 8-88 attraktiv sein sollen, muss der Standard stimmen“, erklärt Röhrig-van der Meer. Die vom ADFC geforderten Standards wurden im Wesentlichen auch in das Velorouten-Konzept der Stadt aufgenommen, das der Oberbürgermeister im Sommer präsentiert hatte.
„Die Velorouten brauchen breite und geschützte Radverkehrsanlagen an den Stellen, an denen der Kfz-Verkehr schnell fährt. In Tempo-30-Zonen muss im Straßenraum so viel Platz sein, dass Radfahrer*innen nicht in die Dooring-Zone gedrängt werden. Kreuzungen müssen sicher und zügig gequert werden können. Die Routen müssen beleuchtet sein und in erster Priorität gesäubert und geräumt werden. Solche Routen machen das Fahrrad zum attraktivsten Verkehrsmittel und fördern damit den Umstieg“, ist Röhrig-van der Meer überzeugt.
 
Menschen steigen dann aufs Rad um, wenn sie das Gefühl haben, dass sie auf der Radinfrastruktur sicher, zügig und komfortabel unterwegs sind. Die Stadt Hannover hat das Ziel den Radverkehrsanteil bis 2025 auf 25% zu steigern. Derzeit stagniert der Wert allerdings bei 19%.  

 

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