Am 9. April wurden in Berlin die Ergebnisse des ADFC Fahrradklima-Tests verkündet. Hannover belegt mit der Note 3,77 den zweiten Platz bei allen Städten über 500.000 Einwohner*innen.

„Wie fast überall in Deutschland hat sich auch in Hannover das Fahrradklima nochmal verschlechtert (von 3,6 zu 3,77). Darüber kann auch der 2. Platz in der Liste der Städte über 500.000 Einwohner*innen nicht hinwegtäuschen", so Eberhard Röhrig-van der Meer, Sprecher des ADFC Hannover. „Wenn die Radfahrer*innen in Hannover dem Fahrradklima in der Stadt nur eine 3,77 ausstellen, ist das kein Grund zu feiern. Offensichtlich fühlen sich die Radfahrer*innen zu oft gefährdet oder mindestens ausgebremst.“

Bemühungen reichen noch nicht
„Es erklärt auch, warum der Modal Split in den letzten Jahren nicht angestiegen ist. Die Stadt hat sich selbst zum Ziel gesetzt, dass bis 2025 25% der Wege mit dem Rad zurück gelegt werden sollen. Aber dieser Wert stagniert seit Jahren bei 19%. Es gibt durchaus Bemühungen der Stadt Hannover, das Rad mehr in den Fokus zu rücken, aber das reicht so noch nicht. Wenn die Stadt mehr Menschen als bisher auf das Rad locken will, muss sie noch konsequenter die Infrastruktur fürs Rad ausbauen und dem Radverkehr entsprechend Platz einräumen. Dazu gehören durchgehende, sichere und komfortable Velorouten ebenso wie ein vernünftiges Parkangebot in City und Wohnquartieren. Das kann die Stadtverwaltung nicht allein, dafür braucht es auch politischen Mut.“

„Die Kommunen werden vom Bundesverkehrsministerium bei der Förderung des Radverkehrs allein gelassen. Die Verkehrspolitik im Bund und auch im Land findet immer noch vorrangig durch die Windschutzschreibe statt. Die Fördermittel sind im Verhältnis zur Förderung des Autoverkehrs gering und auch Gesetze und Richtlinien berücksichtigen den Radverkehr nicht angemessen.“

Hintergrund
Heute wurden in Berlin die Ergebnisse des ADFC Fahrradklima-Tests verkündet. Hannover belegte mit der Note 3,77 den 2. Platz bei allen Städten über 500.000 Einwohner*innen Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit und wurde im Herbst 2018 zum achten Mal durchgeführt. Er wird durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans 2020 mit rund 195.000 Euro gefördert. Rund 170.000 Menschen stimmten bundesweit ab – eine Steigerung von 40 Prozent gegenüber dem letzten Test. Die Zunahme führt der ADFC auf das wachsende Interesse am Thema Fahrrad und Radverkehr zurück.

Über den ADFC
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit mehr als 175.000 Mitgliedern die größte Interessensvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Der ADFC Hannover setzt sich insbesondere für den Ausbau der Radinfrastruktur, z.B. durch Velorouten ein.

Detaillierte Ergebnisse des Fahrradklima-Tests 2018
https://www.fahrradklima-test.de


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